Umzug ins Betreute Wohnen: Checkliste für Angehörige
Vom ersten Gespräch bis zum Einzugstag: Wie Sie den Umzug ins Betreute Wohnen behutsam vorbereiten, welche Unterlagen Sie brauchen und woran man beim Aussortieren wirklich denken sollte.

Der Umzug ins Betreute Wohnen ist selten nur eine organisatorische Frage. Es geht um ein Zuhause, um Erinnerungen und um das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten. Wer den Wechsel früh und gemeinsam plant, macht daraus einen selbstbestimmten Schritt statt einer Notlösung nach einem Sturz oder Spitalsaufenthalt.
Schritt 1: Das Gespräch führen – früh und ohne Druck
Sprechen Sie das Thema an, solange keine Krise vorliegt. Hilfreich sind konkrete Fragen statt Ratschlägen: Was fällt im Alltag schwerer als früher? Was würde das Leben leichter machen? Wichtig ist, dass die betroffene Person die Entscheidung trifft – Angehörige begleiten, sie entscheiden nicht.
Schritt 2: Besichtigen und vergleichen
- Ist die Wohnung wirklich barrierefrei – schwellenlos, breite Türen, bodengleiche Dusche, Haltegriffe nachrüstbar?
- Welche Grundleistungen sind im Betreuungsentgelt enthalten, welche kosten extra?
- Wann sind Betreuungspersonen im Haus anwesend, wie funktioniert die Erreichbarkeit außerhalb dieser Zeiten?
- Gibt es Gemeinschaftsräume und Aktivitäten – und wie freiwillig sind sie?
- Wie ist die Infrastruktur: Arzt, Apotheke, Einkauf, Öffis, Grünraum in Gehweite?
- Passt die Wohnung zur bestehenden Einrichtung – Quadratmeter, Zimmeraufteilung, Ausrichtung?
Schritt 3: Unterlagen und Finanzierung vorbereiten
- Aktueller Pflegegeldbescheid bzw. laufender Antrag.
- Einkommensnachweise für die Wiener Wohnbeihilfe (Antrag bei der MA 50).
- Meldezettel, Lichtbildausweis, e-card, Bankverbindung.
- Bestehende Miet- und Versicherungsverträge, die gekündigt oder umgemeldet werden müssen.
- Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Erwachsenenvertretung – falls vorhanden, aktuell halten.
Schritt 4: Aussortieren mit Augenmaß
Aus einer großen Wohnung in eine kompakte Einheit zu übersiedeln bedeutet, sich von Dingen zu trennen. Gehen Sie raumweise vor, planen Sie mehrere kurze Termine statt eines Marathontags und legen Sie zuerst fest, was unbedingt mitkommt: der Lieblingssessel, das Bett, die Bilder, die Küchenausstattung für den Alltag. Fotografieren Sie Möbel, die weggegeben werden – das erleichtert den Abschied. Und messen Sie vorab aus, damit große Stücke tatsächlich in die neue Wohnung passen.
Schritt 5: Der Einzugstag und die ersten Wochen
Richten Sie zuerst das Schlafzimmer und einen vertrauten Sitzplatz ein, damit es vom ersten Abend an nach Zuhause aussieht. Melden Sie Adressänderungen bei Post, Bank, Versicherung, Pensionsversicherung und Hausarzt. Planen Sie in den ersten Wochen regelmäßige, kurze Besuche ein – und lassen Sie zugleich Raum, damit neue Kontakte im Haus entstehen können.
Bei cura domo begleiten unsere Seniorenbetreuerinnen den Einzug persönlich: Sie stellen die Nachbarschaft vor, erklären das Haus und sind Ansprechpartnerinnen für die vielen kleinen Fragen der ersten Zeit.


